Große Bauchdeckenplastik mit Versetzung des Nabels (01.11.2010)

Samstag, 30. Oktober
Abends Geburtstagsfeier. Ich fahre freiwillig, da ich sowieso aufgrund der bevorstehenden OP auf Alkohol verzichten möchte. Silvia, die eine Bauchdeckenstraffung bereits hinter sich hat, kommt auch. Mit ihr unterhalte ich mich noch mal ausführlich und ich darf auch ihren Bauch sehen. Sie würde es immer wieder tun. Ich bin beruhigt und zwischen Vorfreude und Angst
hin- und hergerissen.

Sonntag, 31. Oktober
Die Kinder gehen heut in den Tierpark und abends auf Halloweentour. Ein ganzer Tag nur für uns. Von früh an kann ich nur noch daran denken, dass es morgen „soweit sein“ wird. Wirklich Angst habe ich nicht, eher die Vorstellung wie man an meinem
Bauch „rumwerkeln“ wird und ein bisschen Angst vor der Narkose verspüre ich. Vor lauter Tatendrang noch mal fürs erste vom Laufband „verabschieden“ mit einer 9 km- Tour. Zwangspause! Danach gründlichst die Kinderzimmer aufräumen, Telefonate und
vorarbeiten für eine Woche krank, versuchen nur wenig zu rauchen,… Ein schöner Tag, viel geschafft! Die Gedanken aber unentwegt beim „morgen“. Wie wird es werden, wie werden die Schmerzen, wie wird es aussehen,…?

Montag, 1. November
Die ganze Nacht kaum geschlafen. Immer wieder aufgewacht, auf die Uhr geschaut, Stunden nachgerechnet, nachgedacht. Wird die Narbe schöner sein, als der kaputte Bauch jetzt? Geht alles gut? Wie werden die Schmerzen sein? 
Aufstehen, die Kinder fertig machen, Kaffee und Zigarette (noch darf ich ja) und kurz nach 8 geht’s los Richtung Dresden. Ich bin sehr angespannt.
In Dresden angekommen, noch mal überlegt. Soll ich es wirklich tun? Nochmal zu Facebook. OMG! Und dann einfach an kommenden Freitag denken. Da ist bestimmt das Schlimmste geschafft. Wenn man doch nur wüsste, wie es hinterher aussieht, die Garantie hätte, dann wäre die Entscheidung leichter.
10 Uhr Aufnahme, ab ins Zimmer, umziehen? Warum geht das alles so schnell? Sind doch noch 3,5 Stunden Zeit. Dann kommt die Anästhesistin. „Wann haben Sie Kaffee getrunken? Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist? Klare Getränke wie Tee, Wasser,…“ Kurze Diskussion, um dann festzustellen, dass wir verschiedene Termine kennen. Doch schon um 11 OP? Ich überlege wieder zu gehen, das brauche ich jetzt noch, bin eh schon aufgeregt und dann redet die junge Frau mit mir, als wenn ich nicht ganz beisammen wäre. Ich bleibe trotzdem. Von ihr lass ich mir nicht den Mut nehmen. 
Dann das Anzeichnen. Ich fühle mich recht ruhig und gelassen, zwar aufgeregt aber auch in positiver Vorfreude. Wird schon alles werden. 
11 Uhr OP. Schön, dass jetzt alles so schnell geht. Ich fühle mich gut aufgehoben. Mit dem weiten T-Shirt, keine klassische OP-Kleidung, Socken an den Füßen fühle ich mich recht wohl. Ab auf den Tisch, Flexüle gelegt, Blutdruck, abkleben, örtliche Betäubung,… Mir wird schummrig, ich merke, wie bereits an meinem Bauch „gearbeitet“ wird (örtliche Betäubung?), aber es tut nicht weh, noch ein Blick auf die Uhr: 11:05 Uhr. Dann kommt die Maske, denken Sie an was Schönes. Woran könnte ich denken? ………..

Fertig. Ich schlage die Augen auf. Wie spät ist es? Irgendwas zwischen um eins und halb zwei. Ich bin erleichtert. Vorbei. Ich habe gut und tief geschlafen, fühle mich regelrecht erholt und erleichtert. Ab aufs Zimmer. Ich bilde mir ein, wieder voll da zu sein, später merke ich jedoch, dass ich das wahrscheinlich noch nicht war, weil ich einige Dinge vergessen habe. Im Bett habe ich eigentlich erstmal keine Schmerzen, vielleicht ein leichtes Ziehen, müde bin ich auch nicht. Also telefonieren, Internet, SMS schreiben. Ich wäre fit genug für Besuch. Trinken, Toilette, alles problemlos. Abends gegen halb sieben gibt es lecker Abendbrot. Dann noch Fernsehen, weil lesen anstrengender ist (da muss ich ein Buch halten und das geht auf den Bauch) und gegen halb elf schlafen. Der Zucker stimmt und ich denke, morgen kommen bestimmt größere Schmerzen auf mich zu, wenn die örtliche Betäubung ganz raus ist. In der Nacht schlafe ich relativ gut, bin zwar öfter wach und messe meinen Zucker und spritze Insulin. Die Schmerzen sind auszuhalten, ich nehme zweimal eine Schmerztablette, schlafe weiter. Es tut schon weh, aber beim ganz ruhigen Liegen merke ich kaum etwas. Habe mir das alles viel schmerzhafter vorgestellt.

Dienstag, 2. November
Morgens wache ich recht früh auf. Ich wasche Haare, trinke Kaffee und esse später Frühstück. Schmerzen? Immer noch nicht. Habe zwar Tabletten genommen gegen das Ziehen bei ungünstigen Bewegungen, aber Schmerzen sind wirklich was anderes. Ich freue mich auf den Verbandswechsel und darauf, meinen Bauch zum ersten Mal zu sehen. Gegen halb elf ist es soweit. Verband ab, das Desinfizieren brennt kurz an den Drainagen, aber der Blick zum Bauch lässt alles vergessen. Wow! Fotos schießen, ich bin glücklich über den ersten Blick und hoffe, das bleibt so, habe Angst, es könnte wieder ausleiern. Hätte nicht
gedacht, dass das so unspektakulär aussieht. Im Moment ist nichts blau, rot oder grün. Die Naht am Unterbauch und der vernähte Nabel sehen nicht annähernd so eklig oder abstoßend aus, wie ich mir das vorgestellt hatte. Und mein Bauch fühlt sich so hart und straff an! Schön!
Später gehe ich spazieren, kaufe Kleinigkeiten ein. Lustig, dass mich eine Omi mit Krückstock voller Elan überholt. Ich muss lachen, autsch! Wieder zurück lege ich mich hin. War schon anstrengend, aber hat gut getan. Abends Abendessen, fernsehen, lesen. Ich hab den Tag richtig genießen können. Glücklich über meinen neuen Bauch und körperlich den Umständen entsprechend fit, war es schön, mal nix machen zu müssen und richtig viel Ruhe zu haben. Zufrieden und sehr entspannt schlafe ich ein.

Mittwoch, 3. November
Die Nacht habe ich ganz gut geschlafen, der Zucker stimmt auch wieder. Haare waschen, bisschen zusammenpacken und dann wieder lecker frühstücken. Habe Angst zuviel zu essen, nicht dass das Ergebnis negativ beeinflusst wird. Dann geht’s zum nächsten Verbandswechsel und Drainagen ziehen. Davor habe ich Respekt. Aber so schnell ist es dann auch vorbei und hat gar nicht wehgetan. Schade nur, dass der Bauch dann in der Miederhose verschwindet. Hätte ihn gern noch ein bisschen bestaunt. Jetzt darf ich heim. Noch ein kleiner Spaziergang zum Blauen Wunder, die Möwen und Schwäne füttern. Dann setze ich mich ins Auto und fahre heim. Die Sonne scheint und mir geht es gut. Hätte ich vorher gewusst, wie problemlos das alles ablaufen wird…
Zu Hause geht’s sofort in den Alltag. Kinder aus dem Kindergarten holen, Eis essen, Tanzschule,…

Kommentar Dr. Meinking (21. November):
Der Insulin pflichtigen Diabetikerin sollte die Zeit der Nüchternheit vor der Operation so kurz wie möglich gehalten werden. Darum erfolgte die Desinfektion, das Abdecken, das Einbringen der Adrenalin haltigen Tumeszenzlokalanästhesie und die vorbereitende Liposuktion noch im halbwachen, örtlich betäubten und nicht narkotisierten Zustand. Erst unmittelbar vor dem Hautschnitt wurde die Narkose ausreichend vertieft. In dem Moment waren 6 Std. seit der letzten Nahrungsaufnahme vergangen. 
Leider kannte die - plötzlich einspringende - Anästhesistin diesen Plan noch nicht, als sie mit der Patientin erstmalig sprach. Sie reagierte ungehalten über die knappe Zeitdistanz zwischen letzter Nahrungsaufnahme und vermeintlich geplantem  Narkosebeginn.

Die Patientin begann ihre Arbeit als Privat-Lehrerin am Donnerstag, 4. November, drei Tage nach der Op. Die Fäden wurden am 14. Tag nach der Op aus der reizlosen Wunde entfernt.

Obwohl die Patientin an der Zuckerkrankheit leidet und auch noch raucht, konnte bei ihr eine große Bauchdeckenplastik mit Nabelversetzung risikofrei durchgeführt werden. Das ist nur möglich bei Erhaltung wichtiger Blut- und Lymphgefäße und der Nervenbahnen, wie es nur mit der Methode nach SALDANHA gelingt. Daher rührt auch die geringe Schmerzhaftigkeit. Mit den mehrheitlich verbreiteten Methoden dürfte eine Patientin mit diesen Risiken nicht operiert werden. (s.Leitlinie Ges. für Ästhetische Chirurgie Deutschland, 7. Abschn. http://www.gacd.de/patienteninfos/massnahmen/bauchdeckenstraffung/ ). 

In der Medical Well Clinic Dresden gab es seit der Gründung vor mehr als 10 Jahren (2002) keine postoperative Infektion. Es werden nur bewährte und sichere Verfahren angewandt.