Ulcus Cruris


( → verwiesen von Venenchirurgie)

Das Ulcus cruris (offenes Bein) ist der gefürchtete Endpunkt des Krankheits-verlaufs eines Venenkranken. Nach jahrelangen Stauungen in den Beinvenen, bedingt durch nicht mehr funktionierende Venenklappen, sorgt die Druck-erhöhung für ein Auseinanderweichen der Zellen, welche die Venen innenseitig auskleiden. Durch diese Undichtigkeit können jetzt verschiedene Zellen und eiweißreiche Flüssigkeit durch die Venenwand nach außen dringen. Dort, im Gewebe außerhalb der Venen, sammelt sich jetzt zum Beispiel Eisen aus den roten Blutkörperchen an, welches an dieser Stelle und in der hohen Konzentration sehr giftig wirkt. Es wird eine immuno-logische Entzündungsreaktionen ausgelöst und zusammen mit anderen abgelagerten Zellen und Eiweißprodukten bilden sich Ablagerungen, die über entzündliche Vorgänge schließlich zu einer Schrumpfung aller Weichteile des Unterschenkels führen. Diese Entzündungsprozesse dringen von innen bis zur Haut vor und nehmen dieser ihre natürliche Barriere- und Abwehrfunktion. Wir sprechen jetzt von einer Dermatofascioliposklerose. Das bedeutet soviel wie eine gleichzeitige schrumpfende Verhärtung des Unterhautfettgewebes, der Muskelfascie und der Haut. (Nach neueren Erkenntnissen ist ein ähnlicher Entstehungsmechanismus (CCSVI) offenbar Ursache der Multiplen Sklerose.) Jetzt haben Bakterien leichtes Spiel, ausgehend von den Hautporen ihr zerstörerisches Werk zu beginnen und für spontan entstehende offene Wunden zu sorgen. Die Haut und die darunter liegenden Weichteile sind ihrer Abwehrfunktion beraubt worden, dass Ulcus cruris ist entstanden. Ein Insektenstich oder eine Hautverletzung können diese Vorgänge frühzeitig noch vor einem spontanen Aufbrechen der Haut auslösen.

( → verwiesen von Venenchirurgie)